Unser Umgang mit Plastik

Der amerikanisch-belgische Chemiker Leo Hendrik Baekeland wurde 1907 für die Entdeckung des synthetischen Kunststoffs als Plastik-Pionier gefeiert. Es war der wahrscheinlich erste Kunststoff, der keine in der Natur bekannten Moleküle mehr enthielt.

Plastik ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Kunststoffe, die überwiegend für Verpackungen, in der Landwirtschaft, dem Haushalt, dem Bau und für Autos genutzt werden.

Deutschland liegt bei Verpackungsabfällen pro Person über dem EU-Durchschnitt.

Laut der Heinrich Böll Stiftung werden in Deutschland nur 15,6 Prozent des Plastiks recycelt. Der Rest wird verbrannt oder verschifft. Deutschland ist nach den USA und Japan das Land, das den meisten Plastikmüll in andere Länder exportiert. Der derzeit größte Abnehmer von deutschem Plastikmüll ist Malaysia, wo teils per Hand in illegalen Deponien versucht wird, die letzten Wertstoffe aus dem Verpackungsabfall zu gewinnen. Der weitere Verlauf des Mülls bleibt meist unkontrolliert.

Bilder von vermüllten Urlaubsstränden und Plastikinseln in den Ozeanen machen in den Medien die Runde. Mittlerweile befindet sich Plastik bereits nahezu überall, ob an Land oder im Wasser. Mit der Zeit und durch unterschiedliche Umwelteinflüsse löst es sich nach und nach auf, bis man von Mikro- oder von Nano-Plastik spricht, das Tiere dann oft mit Nahrung verwechseln. Bei der näheren Betrachtung von Vogelnestern in Städten fällt schnell auf, dass Vögel neben natürlichen Produkten auch Kunststoff als Baumaterial verwenden. 

Um die wachsende Plastik-Produktion einzudämmen hat das EU-Parlament für das Verbot einiger Einweg-Plastik-Produkte gestimmt, darunter Besteck, Wattestäbchen, Strohhalme und Rührstäbchen. Das neue Gesetz soll 2021 in Kraft treten. Auch außerhalb der EU wird staatlich gegen Einweg-Plastik vorgegangen, wie zum Beispiel in Kenia und Ruanda, wo mit Geld- und Gefängnisstrafen bei der Verwendung von Plastiktüten gedroht wird.

Es gibt mehrere Trends, die sich weltweit im Umgang mit Plastik entwickeln.

Einer davon, der im Interesse vieler Unternehmen sowie der Plastik-Lobby liegt, ist das Bestreben, die Recycling-Werte weiter anzuheben. Plastik soll nicht zu Müll werden, sondern sich in einem geschlossenen Kreislauf bewegen.

Ein anderer Trend ist die Initiative von Bürgern und kleineren Läden, die bewusst versuchen, auf Plastik zu verzichten. Dieser Trend wird Zero Waste genannt.

Christiane Sieg, Geschäftsführerin des Berliner Zero Waste Ladens “Der Sache Wegen” im Interview.

Welche Lösung im Umgang mit Plastik kennst Du?

Dieser Beitrag wurde ausgestrahlt im Radio ALEX Berlin

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